Koprophagie beim Hund- Wenn der Hund Scheiße frisst!

Hilfe mein Hund frisst Kot!!
Wer kennt sowas nicht, da will man mit seinem Liebling einen schönen Ausflug machen, geht mit Ihm in den Wald, auf Wiesen oder Felder und den erst besten Kot Haufen den er finden kann verschlingt er mit Hochgenuss. Sofort hat man als Besitzer tausend Dinge Im Kopf: Igitt, Wieso macht mein Hund das?, Ich kann ja nie wieder mit Ihm kuscheln oder schmusen! und und und. Auch die Frage ob der Liebling evtl. nun Krank wird oder mache ich als Besitzer etwas falsch. Wird mein Hund nun zur Gefahr für andere?
Viele Fragen, Unklarheiten und die Besorgnis der Besitzer brachte mich zum erstellen dieser Seite!
Den Verzehr von Kot, bezeichnet man als Koprophagie - aus dem griechischen kommend. Dabei ist es egal wessen Kot gemeint ist, ob der von Artgenossen, Menschen oder anderen Tieren. Es gibt sogar Tierarten für die es Lebensnotwendig ist Ihren Kot aufzunehmen, da der Verdauungssystem dieser Lebewesen nicht in der Lage ist, Nährstoffe gleich beim "ersten Mal" ausreichend zu verwerten. Die bekannteste Gruppe sind die Nager ( Mäuse, Meerschweinchen, Hasen und so weiter) Selbst einige Fischarten wie der Doktorfisch schließen sich diesen Gruppen an. Selbst Menschenaffen wie Gorillas zeigen diese Verhalten.
Nur unsere Hunde gehören grundsätzlich nicht zu dieser Gruppe, schon da Ihre Ernährung auf einer ganz anderen Grundlage basiert. Aber einen Grund muss es ja geben, da es ja doch viele Vierbeiner nicht lassen können. Bei Welpen ist dieses Verhalten insofern normal, sie lernen ja noch was genießbar und was ungenießbar ist. Meist legt sich dieses Verhalten wenn Herrchen und Frauchen dem Welpe zeigen das dieses Verhalten nicht erwünscht ist. Welche Ursachen kann dieses Verhalten nun aber bei unseren Großen haben?
1. Hygiene
Viele Hunde die unter schlechten Hygiene Bedingungen in Zwingern oder Verschlägen gehalten werden können damit beginnen Ihren Kot zu verspeisen. Untersuchungen haben gezeigt, dass kein Zwingender Zusammenhang zu weiteren negativen Merkmalen in der Haltung bestehen muss. ( wenig oder schlechte Nahrung, Mangel an Aufmerksamkeit usw. )
2. Langeweile, Alleinsein, fehlende Aufmerksamkeit
Bei der unter 1. beschriebenen Gruppe kann dies ein zusätzlicher oder auch bekleidender Grund sein. Hunde aus sogenannten Fulltime-Job-Haushalten, welche durchweg über Stunden allein gelassen werden, weisen dieses Verhalten sehr oft auf. Auch Verhaltensauffälligkeiten wie Angst, Aggressivität bis hin zu Aktivitäten der Selbstzerstörung können auftreten.
In diesem Fall kann man nur mit einer Veränderten Haltungsweise, viel Geduld und einen Umstrukturierung des Tagesablaufes mit viel Zeit und Geduld entgegen wirken.
3.Hochleistungssport und Übermäßige Belastung
Bei Hunden die Hochleistungssport betreiben oder übermäßig Belastet werden wurde das Verhalten des Kot fressens auch gezeigt. Man geht davon aus das die Tiere so Ihren Verlust an Mineralstoffen ausgleichen, was allerdings nur unzureichend gelingt.
In diesem Fall sollte man sein Fütterungsverhalten komplett neu aufarbeiten. es reicht hier nicht nur ein wenig mehr zu füttern, auch ein Zuviel ist nicht gut. In diesem Fall sollte man sich an eine Fachperson ( Tierheilpraktiker, Tiermediziner) wenden.
4. Pankreasinsuffizienz
Der Verzehr von Kot kann auch auf eine ernsthafte Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hindeuten.
Bei dieser Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse unzureichende Verdauungsenzyme.
- Trypsin, Chymotrypsin > für Proteinspaltung zuständig
- Lipasen > zuständig für Fettabbau
- Amylasen> Zuständig für Kohlenhydratspaltung
Die Unterfunktion soll mit Hilfe des Kot fressens ausgeglichen werden, was allerdings nicht gelingt. Die immer heißhungrigen Tiere fressen Unmengen , nehmen aber dabei immer weiter ab. Diese Erkrankung ist sehr selten und daher meist nicht die Ursache für eine Koprophagie.
Derartige Erkrankungen müssen medizinisch Behandelt werden.
5. Parasitenbefall
Auch ein Auslöser für die Koprophagie kann eine starke Verwurmung sein. Meist betrifft es nur freilaufende wilde Hunde, aber auch ungepflegte nicht kontrollierte Haushunde können Kandidaten sein.
Die verschiedenen Wurmarten sind teilweise auch auf den Mensch übertragbar.
Daher sollte man regelmäßig prüfen lassen ob der Liebling wirklich Wurm frei ist. Dies kann bei einem Tierheilpraktiker oder Tiermediziner gemacht werden.
6. Ernährungsfehler
Futter ist nicht gleich Futter und wird auch nicht von jedem Hund gleichartig aufgenommen. In vielen Futtersorten fehlen wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente oder sie sind durch die Lagerung schon unbrauchbar geworden. Hunde, die Ihren Kot fressen, haben daher oft einen Mangel in der Ernärung und benötigen ein hochwertigeres Futter oder Ergänzungsstoffe.
Fragen Sie Ihren Tierheilpraktiker oder Tiermediziner um Rat. Er kann Ihnen helfen das richtige Futter zusammenzustellen. Viele gute Tierheilpraktiker bieten auch eine Ernährungsberatung an, bitte nutzen Sie diese Angebote.
Eine falsche oder unpassende Zusammenstellung kann gegebenenfalls auch zu Organschäden führen.
7. Psychologische Ursachen
Bei einigen Tieren kann man die oben genannten Ursachen ausschließen aber das Verhalten zeigen Sie trotzdem. Zeigt Ihr Hund noch andere Auffälligkeiten? Evtl. sollte man einen Tierpsychologen mit hinzuziehen. Auch homöopathisch kann man hier sehr gut unterstützen. Die Entscheidung was Erfolgversprechend ist liegt beim behandelnden Tierheilpraktiker.
Eines sollte jedem Halter klar sein. Der Umstand eines regelmäßigen Kotfressens birgt viele Gefahren für den Hund und ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Hier nochmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Kotrophagie ist bei einigen Tierarten lebensnotwenig, nicht aber bei Hunden
- Gelegentliche Kotaufnahme bei jungen Welpen ist als normal zu sehen, hier sollte man das Verhalten allerdings Spielerisch umwandeln und beenden
- Bei älteren Hunden muss nach der Ursache gesucht werden und Gegenmaßnahmen ergriffen werden
- Hauptgründe eine Koprohagie lassen sich mangels Hygiene, nicht artgerechter Haltung, körperliche Überlastung, Pankreasinsuffizienez, Parasitenbefall, Ernährungsfehlern oder manchmal durch psychologischer Natur festhalten
- Koprohagie ist eine ernstzunehmende Verhaltensabweichung, die ein großes Gefahrenpotenital für den Hund und den Halter bedeutet.
- eine begleitende medizinische Betreuung ( Tierheilpraktiker oder/und Tierpsychologe) ist notwendig und daher unbedingt ratsam-
Sollte Ihr Tiere dieses Verhalten zeigen oder sollten Sie Fragen haben stehe ich Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite